* PRESSE

Tania Feindt von der BackBusiness (Mercado Verlag)
schreibt in der Aprilausgabe 2009 über ZWEITTAG:


Zweittag: “Es geht darum, mit Retouren Geld zu verdienen”

“Ein Dinkelvollkornbrot vom Vortag ist ein ganz tolles Produkt”, sagen Bruno Schulz und Markus Tebbe. “Aber wenn ein Bäcker es im eigenen Laden zum halben Preis verkauft, wird es mit spitzen Fingern angefasst und verliert seine Wertigkeit”. Die beiden Rheinland-Pfälzer betreiben in Bad Kreuznach die Schulz und Tebbe GmbH & Co. KG und haben es sich auf die Fahnen geschrieben, Bäckereiunternehmen in Sachen PR- und Marketing nach vorne zu bringen. Das aktuelle Großprojekt des Duos sprengt allerdings den Rahmen der üblichen PR- und Marketingarbeit. Die beiden Unternehmer haben gleich ein ganz neues Ladenkonzept samt Marke entwickelt: Zweittag - ein Marken-Shop für die Retouren des Vortages, für den Schulz und Tebbe die Lizenzen vergeben. In der Idee schlummert das Potenzial einer bundesweit vertretenen Kette, die sowohl den Backstationen im Supermarkt als auch SB- und Discountbäckereien Konkurrenz macht. Noch stehen die Bad Kreuznacher aber ganz am Anfang: Seit dem Start im Juni 2007 wurden zwei Zweittag-Läden in Betrieb genommen. Bis zum Jahresende sollen drei weitere Shops eröffnet werden. Der Zweittag-Pilotshop wurde in Fuld mit der Pappert’s Bäckerei GmbH, Poppenhausen, auf die Beine gestellt. Seitdem verdiene Pappert’s mit den Backwaren, die früher vernichtet werden mussten, Geld, sagte Tebbe BackBusiness. “Und Papperts Steuerberater kommt aus dem Lachen nicht mehr heraus, denn die Ware wurde ja sonst abgeschrieben”. Die Pappert’s-Geschäftsführer Bernd Pappert und Manfred Klüber sind mit dem ersten Zweittag gleich in die Vollen gegangen: Der Laden verfügt über eine Fläche von 280 qm und bietet 60 Sitzplätze. Denn das Zweittag-Konzept lässt auch Raum für Gastronomie: An einem Selbstbedienungsbuffet können sich die Kunden für zwei Euro satt essen. Für weitere zwei Euro gibt es Kaffee aus der Punpkanne; ebenfalls soviel, wie der Kunde mag. Gäste, die mit normalem Filterkaffee nicht zufrieden sind, können sich Kaffeespezialitäten und Kaltgetränke aus Münz-Automaten ziehen. Das Backwarensortiment ist schmal - es besteht aus ganzen sechs Kategorien: Brote mit Körnern, Brote ohne Körner jeweils 500 g und 750 g, normale Brötchen und Brötchen-Spezialitäten. Die Backwaren sind rund 50 % günstiger als in einer Pappert’s-Filiale und werden auch ganz anders präsentiert: Statt in Brotregalen liegen die Brote hochgestapelt in schräg gelegten Boxen - wie Gemüse auf Marktständen. Das Personal soll nicht groß beraten, sondern beim Verkaufen für “Drama” sorgen. Wie das geht, vermitteln wiederum Schulz und Tebbe. Das Duo ist aktuell damit befasst, weitere Bäckereiunternehmen zu akquirieren, die ebenfalls an der Eröffnung einer Zweittag-Filiale interessiert sind. Dabei werden Betriebe angesprochen, die zwischen 10 und 100 Filialen ihr Eigen nennen. Im Schnitt, erklärt Schulz, benötige ein Zweittag-Laden die Retouren von zehn bis zwölf normalen Filialen. Bevorzugte Standorte: In der Nähe von Aldi und Lidl-Märkten.