* ZWEITTAG
Erfahrene Verkäufer ersetzen abverkaufte Ware umgehend, um das Bild des frischen, “jungfräulichen“ Gesamteindrucks und somit –angebots zu erhalten. So entsteht allerdings auch immer Überhang. Eine Optimierung und somit Minimierung des Rücklaufs wird beeinflusst durch Erfahrung und eine intelligente Interpretation von standort- und kalendarisch bezogenen Statistiken. Ganz vermeiden lässt sich der Rücklauf nie. Bislang wird der Rücklauf meist vernichtet. Ein wirtschaftlicher und moralischer Unfall. Inzwischen gibt es zudem einige Konzepte, sogenannte Vortagsware wieder in den konventionellen Kreislauf zurückzuführen. Das steht jedoch im Widerspruch zur Religion der “Frischekompetenz“, die die Wahrnehmung von handwerklichen Premiumbäckern bestimmt und auch bestimmen muss. Die Wirkung eines “Tapeziertischs“ mit unterpreister, “alter“ Ware im Umfeld hochwertiger Frischeprodukte ist leicht vorstellbar. Der Einfluss, den ganze Läden mit Vortagsware unter der eigenen Flagge auf die Markenwahrnehmung und –glaubwürdigkeit eines “Frischeunternehmens“ nehmen, ebenso. Das Konzept Zweittag ist in der Außenwahrnehmung bäckerunabhängig. Neben Rücklauf werden auch Überkapazitäten und Testläufe in den Verbrauch gespeist. Der vergünstigte Verkauf der Waren wird ergänzt durch eine unkonventionelle Konsumkomponente. Die erworbenen Produkte können gleich an Ort und Stelle verzehrt werden. Ergänzt durch Produkte vom Buffet sowie Kalt- und Heißgetränken. Räumlich wird das “System Zweittag“ einfach gefasst und ohne große Ansprüche an die vorhandene Kubatur. Hell soll es sein und charmant. Die Optimierung an Arbeitsprozesse und gesetzliche Bestimmungen strahlt die freundliche Professionalität aus. Das Interieur teilt sich in eine, in ihrer Wahrnehmung reduzierte Verkaufsstelle von Backwaren und eine einfache aber ansprechende Verzehrfläche. Das Konzept Zweittag ist neu und erfolgreich. In Fulda steht der längst etablierte Prototyp, betrieben durch Pappert’s Bäckerei GmbH (Poppenhausen/Wasserkuppe, www.papperts.de). Der zweite Papperts-Zweittag arbeitet sehr erfolgreich in Schweinfurt. Ein weiterer Zweittag wurde durch die Grosserode GmbH (Oelde, www.grosserode.de) in Ahlen in Betrieb genommen. Der Landbäcker Bosse projektiert soeben in Magdeburg ...

Zweittag ist als Lizenzmodell eine tolle Lösung für alle Filialbäcker. Ein Zweittag rechnet sich hervorragend schon auf durchschnittlich 7 Läden. Im Durchschnitt. Mal mehr, mal weniger. Reden wir darüber.
Moderne Bäckereien arbeiten mit zeitgemässen Marketing- und Vertriebsstrategien. Einige erfolgreiche Methoden Produkte umzusetzen, lassen sich unter dem Begriff “Warendruck“ subsumieren. Jedermann ist, zumindest unterbewusst, die Wirkung eines Marktstandes, übervoll von appetitlich frischen Waren bekannt.
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